Social Media Monitoring

Social Media Monitoring ist im Zeitalter des Web 2.0 zu einem eigenen Dienstleistungsbereich im Berufsfeld von Meinungsforschern geworden. Warum
Social Media Monitoring so wichtig geworden ist, lässt sich klar durch den heutigen Zeitgeist erklären. Social Media Angebote, wie YouTube, Facebook oder StudiVZ
boomen derzeit in einem Maße, welches man in etwa mit dem Siegeszug des Fernsehens in den Fünfziger Jahren oder mit dem des Handys von Ende der
Neunziger bis heute vergleichen kann. Immer mehr Menschen in Deutschland sind online und der überwiegende Teil von ihnen nutzt das Internet vor allem als
Informations- und Kommunikationsmedium. Hat man sich in den achtziger und neunziger Jahren noch über seine Lieblingsmusik im Plattengeschäft seines
Vertrauens informiert, so kann man sich heute die neusten Videos bei YouTube anschauen, einzelne Songs bei MySpace oder gleich ganze Alben bei Last.fm
vorhören und bei Ciao.de nach dem Onlinekauf eines Downloadalbums darüber kurze Zeit später eine Rezension veröffentlichen und so anderen potentiellen
Käufern Hinweise dazu liefern, ob sich das Album zur Anschaffung lohnt. Doch nicht nur über musikalische Neuigkeiten kursieren eine Menge Meldungen und Meinungen auf den unterschiedlichen Social Media Plattformen im Netz, sondern über nahezu alle käuflich erwerbbaren Gegenstände und Dienstleistungen werden von den Nutzern Meinungen und Bewertungen ausgetauscht. Über Personen und Institutionen des öffentlichen Lebens, wie Politiker, Bildungseinrichtungen, Showstars,
Veranstaltungen oder Sportler findet ebenso ein reger Meinungsaustausch innerhalb der Social Media Angebote oder auch kurz im Web 2.0 statt. Öffentlichen Personen, Veranstaltern und Bildungseinrichtungen ist dabei ebenso wie den Anbietern von Waren und Dienstleistungen daran gelegen, zu erfahren, wie derjenige, die
Einrichtung oder das Produkt augenblicklich in der öffentlichen Meinung wahrgenommen wird. Vor allem bei negativen Meinungen oder Gerüchten um eine
Person, eine Institution oder eine Ware können entsprechende Informationen über Verbreitung und Ausprägung wichtig sein, um darauf angemessen darauf reagieren
zu können. Aber auch bei einem insgesamt positiven Image kann ein entsprechendes Wissen um die genauen Ausprägungen hilfreich sein, um weiter
daran zu arbeiten. Social Media Monitoring, was übersetzt schlicht „Soziale Medien Beobachtung“ heißt, wird darum von verschiedenen Meinungs- und
Marktforschungsinstitutionen im Auftrage derjenigen betrieben, die wissen wollen, wie es um ihren eigenen Ruf oder den Ruf ihrer Marke beziehungsweise Institution
bei den Social Media Nutzern bestellt ist. Diejenigen, die beim Social Media Monitoring als Beobachter tätig sind, bedienen sich dabei unterschiedlicher Hilfsmittel, wie speziellen Suchrobotern, die nach Begrifflichkeiten und Meinungen in Social Media Portalen suchen, sowie aber auch von Menschenhand getätigten Such- und Auswertungsmethoden. Die Ergebnisse werden – vielfach grafisch aufbereitet – an den Auftraggeber weiter geleitet, so dass dieser schnell einen Überblick über den ausgewerteten Meinungspool bekommt und gemäß der daraus getroffenen Aussage entsprechend reagieren kann. Dort, wo Meinungsforscher in früheren Zeiten mit Hilfe von schriftlichen, interviewartigen oder telefonischen Umfragen ihr öffentliches Meinungsbild erstellen mussten, setzt sich heute die Methode des Social Media Monitoring immer weiter durch.