Viral Marketing

Mund-zu-Mund Propaganda im Internet: Viele Firmen, vor allem solche, die ihre Waren und Dienstleistungen ausschließlich über das Internet anbieten, nutzen virales Marketing, um ihre Umsätze zu steigern. Virales Marketing ist eine bestimmte Marketingstrategie, die vor allem im Social Media Bereich, aber auch an anderer Stelle effektiv eingesetzt werden kann, um die Bekanntheit eines bestimmten Produktes zu erhöhen oder die allgemeinen Leistungen eines Unternehmens anzupreisen. Dabei wird auf plumpe Bannerwerbung oder nerviges Pop-up-Advertising bewusst verzichtet und stattdessen voll und ganz auf den positiven Effekt der Mund-zu-Mund-Propaganda gesetzt. Wie ein Virus verbreitet sich dabei eine Verkaufsnachricht oder eine Produktempfehlung von einem Internetnutzer zum Nächsten, im besten Falle sogar von einem einzigen Sender an ganz viele Empfänger. Dieses kann auf verschiedene Weise vonstatten gehen. Ein einfaches Beispiel für das so genannte passive virale Marketing ist der Satz „Holen auch Sie sich ihren kostenlosen Freemail Account bei !“ als Signatur unter einer über den angesprochenen E-Mail Anbieter verschickten Mailnachricht. Der Nutzer schickt ihn nicht selten, ohne dies überhaupt zu wissen, zusammen mit seiner Nachricht an den oder die jeweiligen EMailempfänger. Eventuell fühlt sich der eine oder einige von den Mailempfängern durch den Werbesatz angesprochen. Wenn auch nur einer daraufhin ebenfalls ein Postfach beim jeweiligen Mailanbieter eröffnet, hat sich das virale Marketing für diesen bereits bezahlt gemacht. Eine andere Methode, die vor allem innerhalb der Blogosphäre angewandt wird, sind Bonusprogramme. Sie sind als aktives virales Marketing zu werten. Einem Anwender wird dabei vom Anbieter offeriert, für jeden Klick auf eine von ihm verbreitete URL eine Bonusleistung in Form von Vergünstigungen oder einem vorab festgelegten Entgelt zu erhalten. Viele
Softwarehersteller nutzen im Internet die Marketingform der Bonusprogramme, indem sie Bloggern offerieren, gratis Software oder sogar einen bestimmten
Geldbetrag zu erhalten, wenn diese einen positiv urteilenden Artikel über eine bestimmte Software des Anbieters in ihrem Blog veröffentlichen und dabei Links zur
Verkaufsplattform der jeweiligen Firma setzen. Ein solcher Blogartikel wird einerseits zunächst einmal von einer ganzen Reihe von Lesern wahrgenommen und zum
anderen kann er außerdem noch durch Trackbacks oder Empfehlungen zusätzlich weiter verbreitet werden. Auf ganz ähnliche Weise wird virales Marketing mit der so
genannten „Tell-A-Friend“-Funktion von Anbietern unterschiedlicher Produkte im Netz betrieben. Zu Weihnachten oder zu Ostern gibt es beispielsweise häufig
saisonbedingte Aktionen in Form von virtuellen Adventskalendern oder ebensolchem Ostereiersuchen bei sehr vielen online aktiven Firmen. Hat man im Onlineportal
eines Versandhändlers ein Türchen am Adventskalender geöffnet und beispielsweise einen 10 Euro-Gutschein für den nächsten Einkauf ergattert oder ein Osterei mit
Gratis-Geschenk Coupon für die nächste Bestellung gefunden, wird am Ende des spielerischen, für den Anbieter bereits Umsatz verheißenden Vorgangs nicht selten
gefragt, ob man die Aktion nicht auch noch ein paar Freunden empfehlen wolle, indem man ihnen per E-Mail einen Link zur entsprechenden Seite schickt. Auch hier
wird der Drang jedes Internetnutzers, positive Erfahrungen an andere weiter zu geben, durch virales Marketing vom jeweiligen Anbieterunternehmen ausgenutzt. Es
gibt noch unzählige weitere Anwendungsbeispiele, bei denen virales Marketing im Internet zum Einsatz kommt. Sie alle zeichnen sich durch hohe Effektivität und einen
daran gemessen eher geringen Ressourceneinsatz aus. Virales Marketing wird als Vermarktungsstrategie im Bereich des Web 2.0 zukünftig sicher noch an Wichtigkeit gewinnen.