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Social Media Marketing im Wahlkampf – Politik 2.0
Barack Obama hat es mit breit gefächertem Social Media Marketing im Wahlkampf um die Präsidentschaft in den USA vorgemacht. Nun hieß es im Vorfeld der diesjährigen Bundestagswahl am 27. September auch zum ersten Mal in Deutschland „Wahlkampf 2.0“. Hierzulande spielte sich das Social Media Marketing im Wahlkampf vor allem in allgemeinen Social Media Netzwerken, wie YouTube, Facebook und Twitter ab. Daneben hatten alle größeren Parteien auch eigene Communities und Blogs, in denen die User mit den Kandidaten in Verbindung treten konnten. Die Grundregeln des deutschen Wahlkampfes 2009 im Bereich der Social Media Netzwerke ließen sich in vier großen Kategorien zusammenfassen, die von den Politikern mal mehr und mal weniger stark und damit überzeugend oder auch eher enttäuschend ausgefüllt wurden:
1. Den Menschen zuhören
2. Die Unentschlossenen überzeugen
3. Verschiedene Wählergruppen ansprechen und
4. Alle Wahlberechtigten zur Wahl mobilisieren.
1. Anstatt nur frontal im TV oder im Hörfunk seine Wahlversprechen einseitig in Richtung des potenziellen Wählers zu schicken, waren alle politischen Vertreter und mit ihnen die Parteien dazu aufgerufen, sich dem offenen Dialog mit den Nutzern der Social Media Angebote zu stellen. Dabei konnten regelmäßige Community-Nutzer relativ schnell herausfinden, ob sich der Kandidat einer Partei zumindest zeitweise tatsächlich selbst um seine Repräsentanz kümmerte und somit die Anliegen interessierter Bürgerinnen und Bürger auch wirklich ernst genommen wurden oder
auch eben nicht. Vor allem bei Twitter wurden unzählige Tweeds von Politikern gepostet und auf Fragen anderer User innerhalb sehr kurzer Zeiträume reagiert. Hier konnte man vielfach davon ausgehen, dass Mittelsmänner für den entsprechenden Politiker das Social Media Marketing im Wahlkampf übernommen hatten. Ansonsten wäre der Wahlkampf mit den vielen dazugehörigen öffentlichen Auftritten der Spitzenpolitiker auch sehr schnell zu einem Wahlkrampf für diese geworden. Immer häufiger mussten die Kandidaten jedoch tatsächlich auch höchstpersönlich im Chat
oder in Benutzerforen Rede und Antwort stehen.
2. Die Unentschlossenen überzeugen konnte man hauptsächlich ebenfalls durch Präsenz im Web und durch gut nachvollziehbare Argumente, die für die Wahl des betreffenden Kandidaten sprachen. Das Social Media Marketing im Wahlkampf sorgte darum für die Präsenz der Spitzenpolitiker auf allen Online-Kanälen und auch im E-Mail-Bereich.
3. Um verschiedene Wählergruppen zu erreichen, wurden Profile der Politiker sowohl im StudiVZ, auf YouTube und bei Xing – stets mit zur Zielgruppe passenden Gestaltungselementen – angelegt. Alle Netzwerke bedienen jeweils ein anderes Klientel, das individuell anders angesprochen werden sollte. So konnte man sicher sein, auch wirklich auf alle für die Wahl wichtigen Zielgruppen zuzugehen.
4. Schließlich musste man die Menschen nur noch durch verschiedene Aktionen und teilweise mit weit über die Social Media Netzwerke hinausgehenden Wahlaufrufen zum Urnengang bewegen. Hier bediente man sich auch der Hilfe verschiedener Prominenter aus Funk und Fernsehen, die nun auch im Bereich des Web 2.0 ihre Gründe darlegten, warum Sie ganz sicher wählen gehen werden. Das geschickte Social Media Marketing im Wahlkampf hat sich letztlich vor allem für die kleinen Parteien ausgezahlt. Bleibt abzuwarten, wie es bei der nächsten Kampagne in vier Jahren aussehen wird.
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