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Tagging und Bookmarking
Tagging und Bookmarking ist aus der heutigen Form des Internets kaum mehr wegzudenken. Bei den sozialen Netzwerken gibt es darum auch eine ganze Reihe von Diensten, bei denen Tagging und Bookmarking ganz groß geschrieben werden. Doch was steckt überhaupt hinter den Begrifflichkeiten Tagging und Bookmarking, die für Netzwerke, wie Delicious, Digg, Yigg, Webnews und Mister Wong regelrecht die Lebensgrundlage bilden? Dafür kann man im Prinzip bis ganz zu den Anfängen des heutigen World Wide Web zurück gehen. Schon die ersten Browser von
Netscape und Microsoft hatten jeweils eine Funktion aufzuweisen, die sich als äußerst praktisch erwies, wenn man in den Weiten des schon damals
unüberschaubar großen Webs eine interessante Seite wieder finden wollte. Während die Funktion im Microsoft Internet Explorer unter dem leicht irreführenden Namen „Favoriten“ zu finden war, hatte sie im Nescape Navigator von Anfang an die selbsterklärende Betitelung „Lesezeichen“. Ein solches Lesezeichen legte man einfach im dafür vorgesehenen Menü seines Browsers an selbst festgelegter Stelle an, wenn man zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu der Seite zurückkehren wollte, auf der man sich gerade befand. Der englische Begriff für das Wort Lesezeichen ist „Bookmark“. Damit wären wir nun schon fast an jenem Punkt angelangt, mit dem sich auch der heutige Bookmarking-Begriff erklären lässt.
Allerdings wird der Begriff heutzutage gemeinsam mit dem Wort „Social“ gebraucht. Social Bookmarking meint nicht mehr nur das bloße Anlegen eines Lesezeichens im eigenen Browser, sondern das Erstellen eines öffentlichen Lesezeichens in einer für diverse Mitglieder zugänglichen Community. Man teilt sozusagen seine Lieblingsseiten mit hunderten von anderen Nutzern. Doch nicht nur das. Social Bookmarking bedeutet auch, das die einzelnen Bookmarks untereinander bewertet, diskutiert und weiter verlinkt werden können. Beim Auffinden bestimmter Bookmark-
Themen innerhalb der Netzwerke und darüber hinaus hilft der Gegenstand des zweiten Begriffes, der hier erläutert werden soll. Ein „Tag“ meint nicht etwa den Zeitraum zwischen 0 und 24 Uhr, sondern ist der englische Ausdruck für den deutschen Begriff „Schlagwort“. Tags wurden bereits in den neueren Browserformaten als zusätzliche Hilfe für das schnellere Auffinden eines bestimmten Bookmarks verwendet. Beim Anlegen des Bookmarks wurde dafür an passender Stelle eine Reihe von Schlagworten angegeben, mit deren Hilfe das entsprechende Lesezeichen später leichter zu finden sein sollte. Wollte man ein bestimmtes Bookmark dann wieder finden, genügte die Angabe eines passenden Tags in der Suchmaske und das Bookmark wurde zusammen mit anderen passenden Treffern aufgelistet. Beim heutigen Social Tagging ist das im Prinzip nicht viel anders. In so genannten Tag Clowds („Schlagwortwolken“) werden auf den Startseiten der Social Bookmarking Dienste die meist gesuchten Bookmarkbegriffe aufgelistet. Je häufiger ein Begriff verschlagwortet worden ist, bzw. gesucht wird, desto größer die Schrift, in der er in der Tag Cloud erscheit. Beim Klick auf ein Tag werden dann die dazu passenden Seiten nach Relevanz sortiert aufgelistet. Tagging und Bookmarking sind also in den Social Bookmark Communities untrennbar miteinander verbunden. Lediglich die Art der Lesezeichen, die durch Tagging und Bookmarking weiteren Netzwerknutzern zugänglich gemacht wird, unterscheidet sich in Aussehen und Inhalt von Netzwerk zu Netzwerk manchmal erheblich voneinander.
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